SKI

12 kuriose Fakten zum Lauberhornrennen

Heute um 12.30 Uhr geht es los. Zur Einstimmung haben wir für Sie 12 Fakten rund um das längste Skirennen im Weltcupzirkus zusammengetragen.
13.01.2018 | 07:57

Premiere 1930

Die Lauberhornabfahrt wurde von Athleten auch schon als «Jurassic Park» des Skisports bezeichnet. Damit liegen sie nicht ganz falsch. Die Strecke mit ihren spektakulären Schlüsselstellen wie dem Kernen-S fasziniert vor allem auch deshalb, weil sie nicht so recht in den modernen Weltcup-Zirkus passen will. Zudem ist sie mit über vier Kilometern die längste Weltcup-Abfahrt der Welt.
 

2:24,23 Minuten

Video: Kristian Ghedina mit dem Lauberhorn-Rekord

(Youtube)

1997 stellt der Italiener Kristian Ghedina bei der Lauberhornabfahrt den bis heute gültigen Streckenrekord auf. Das Rennen strengte ihn jedoch so an, dass ihm im Ziel die Kraft fehlte, um zu bremsen. So mussten ihn die Banden stoppen. Dabei zerstörte er nicht nur seine Ski, mit denen er davor bereits vier Rennen gewonnen hatte, er zog sich auch eine Wirbelverletzung zu.
 

161,9 km/h

Video: Geschwindigkeitsrekord am Lauberhorn

(Youtube)

Der Franzose Johan Clarey hält bei der Lauberhornabfahrt den Geschwindigkeitsrekord. Am 19. Januar 2013 rast er mit 161,9 Stundenkilometern durch den Haneggschuss. Gewonnen hat er das Rennen trotz des hohen Tempos nicht. Sieger wurde der Italiener Christof Innerhofer. Clarey hingegen belegte «nur» den fünften Rang.


4 Hundertstel

Der Schweizer William Besse (Mitte) gewinnt 1994 nach einem Hundertstel-Krimi vor den zeitgleichen Peter Runggaldier (links) und Marc Girardelli.
Der Schweizer William Besse (Mitte) gewinnt 1994 nach einem Hundertstel-Krimi vor den zeitgleichen Peter Runggaldier (links) und Marc Girardelli.
1994 kam es bei der Lauberhornabfahrt zur bisher knappsten Entscheidung. Die ersten fünf Fahrer trennten lediglich 16 Hundertstelsekunden. Die beiden Zweitplatzierten Marc Girardelli, der für Luxemburg startete, und Peter Runggaldier aus Italien, verpassten den Sieg um vier Hundertstel. Glück hatte hingegen der Schweizer Sieger William Besse.
 

360'000 Franken Preisgeld

Pro Disziplin werden am Lauberhornrennen 120'000 Franken vergeben. Preisgeld erhält jedoch nicht nur der Sieger, sondern auch die Fahrer auf den Plätzen 2 bis 30. Wer zuoberst auf dem Podest steht, erhält 45'500 Franken, der Tabellenzweite 20'000 und der Dritte immerhin noch 10'000.
 

Vier Jahre Wartezeit

Der letzte Schweizer Sieger bei der Lauberhornabfahrt war Patrick Küng 2014. In den fünf Jahren davor siegte die Schweiz dank Didier Défago, Carlo Janka und Beat Feuz gleich dreimal. Weniger erfolgreich sind die Gastgeber im Slalom. Der letzte Sieg eines Einheimischen gab es 1987. Damals gewann Joël Gaspoz. Für den Riesenslalomspezialisten blieb es der einzige Sieg in dieser Disziplin. In der Kombination hingegen jubelte die Schweiz 2017 dank Überraschungssieger Niels Hintermann.


1947 Frauenabfahrt

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Lauberhornabfahrt auch in Frauenhänden. In den ersten zwei Jahren starteten nur Schweizerinnen, am 7. Januar 1947 folgte schliesslich ein Internationales Rennen auf einer verkürzten Strecke. Dieses gewann die Churerin Lina Mittner, die als «kühne Lina» bekannt war. Die zierliche Skirennfahrerin fuhr damals «auch den Männern locker um die Ohren», wie es auf der Homepage des Lauberhornrennens heisst.
 

22'000 Zuschauer

Zuschauer auf der Wengernalp.
Zuschauer auf der Wengernalp.
Die Tribüne im Zielbereich fasst 2400 Personen. 10 000 Zuschauer finden Platz in der Outdoor-Arena, mit Blick auf den Hundschopf. Zum Rennen kommen jedoch deutlich mehr. 2016, als zum letzten Mal eine Lauberhornabfahrt stattfand, reisten 22 000 Menschen nach Wengen. Dazu kamen noch 823 000 Zuschauer, die das Rennen am Fernseher in ihrer warmen Stube verfolgten.
 

230 Helikopterflüge

Die Veranstalter hatten längst nicht immer Glück mit dem Wetter. Im Winter 1983 blieb Wengen grün. Absagen wollte man die Lauberhorn-Rennen dennoch nicht. Also wurden, wie im Buch «Lauberhorn – Die Geschichte eines Mythos» beschrieben, mit 230 Helikopterflügen 200 Tonnen Schnee auf die Piste geflogen – jedoch vergeblich. Kaum waren die Trainingsläufe vorbei, fing es an zu schneien. Am Ende mussten die Rennen abgesagt werden.
 

Drei Buckel

An ein und derselben Stelle stürzten 1954 gleich drei österreichische Mitfavoriten. Toni Sailer, Walter Schuster und Andreas Molterer verpassten somit einen Podestplatz. Mit Christian Pravda gewann am Ende dennoch ein Österreicher die Lauberhornabfahrt. Die anderen erhielten immerhin eine Schlüsselstelle, die nach ihnen benannt wurde: das Österreicherloch. Die heimtückischen Wellen gibt es heute allerdings nicht mehr.
 

64 Franken

Ein Ski-Tagespass für Erwachsene kostet im Skigebiet Grindelwald – Wengen 64 Franken. Damit können die Freizeitskifahrer die Abhänge von Kleine Scheidegg, Lauberhorn und Männlichen hinunter rasen. Auf der spektakulären Abfahrtsstrecke dürfen sie sich jedoch erst nach dem Rennen am kommenden Wochenende versuchen. Davor ist diese Piste tabu.
 

Sechs Triumphe

Der Wengener Karl Molitor schaffte, was bisher noch keinem gelang. Er gewann sechsmal die Lauberhornabfahrt: 1939, 1940, 1942, 1943, 1945 und 1947. Den ersten Sieg feierte er auf kuriose Art und Weise. Trotz eines Sturzes siegte er mit zehn (!) Sekunden Vorsprung auf Willi Walch. Später wurde jedoch bekannt, dass Schüler heimlich eine 200 Meter lange Abkürzung in den Schnee gestampft hatten, die der damals 19-jährige Molitor nahm.
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