Stabilität als oberstes Ziel

  • Nathalie Wasserfallen, Präsidentin ad interim der Volksschulgemeinde Wigoltingen.
    Nathalie Wasserfallen, Präsidentin ad interim der Volksschulgemeinde Wigoltingen. (Bild: Esther Simon)
13.09.2017 | 07:16

WIGOLTINGEN ⋅ Nach ein paar Wochen im Amt ist der Präsident der Volksschulgemeinde zurückgetreten. Jetzt hat die Pflegerin gekündigt, und die Sekretärin hat gar nicht angefangen. Die Behörde passt nun die Führungsstruktur an.

Esther Simon

Esther Simon

esther.simon@thurgauerzeitung.ch

Den Start der Schulbehörde im Sommer hat sich Nathalie ­Wasserfallen anders vorgestellt. Schon nach wenigen Wochen musste sie den Rücktritt des neuen Schulpräsidenten Silvio Mar­ghitola bekanntgeben. Seither führt Wasserfallen, die ebenfalls erst im Februar in die Behörde gewählt worden war, die weitläu­fige Volksschulgemeinde Wigoltingen als Präsidentin ad interim mit einem bisherigen und zwei neuen Behördenmitgliedern.

Gestern musste Wasserfallen in dieser Funktion auch mitteilen, dass die Schulsekretärin ihre Stelle gar nicht angetreten und die Schulpflegerin noch in der Probezeit gekündigt hat. «Noch in der ersten Phase der Einarbeitung wurde festgestellt, dass der bei Stellenantritt nötige Kontakt mit der neuen Schulpflegerin ungenügend war.» Die Pflege dieses Kontaktes, sagt Wasserfallen auf Nachfrage, wäre in erster Linie die Aufgabe des Präsidenten gewesen. «Auch in Bezug auf die Arbeitsaufnahme der neuen Schulsekretärin bestanden wesentliche Unklarheiten, da wichtige Informationen nicht gemäss Beschluss der Schulbehörde kommuniziert wurden. Die detaillierten Anstellungsbedingungen handelte der neue Schulpräsident in Unkenntnis der Gesamtbehörde aus.»

Die Schulbehörde habe unter anderem dem gewünschten Ferienbezug während der Unterrichtszeit nicht zustimmen können. Die neue Schulsekretärin habe sich am 4. September entschieden, die Stelle nicht anzutreten. Damit die reibungslose Abwicklung der Administration sichergestellt werden könne, werde das Schulsekretariat vorübergehend interimistisch mit einer erfahrenen Troubleshooterin besetzt. Diese verfüge über langjährige Er­fahrung in den Bereichen Administration und Kommunikation. Wasserfallen: «Sie ist mit den anfallenden Aufgaben einer Schulverwaltung und den dazugehörigen Bildungsthemen bestens vertraut.» Im Bereich Schulleitung werde für einige Monate zur Verstärkung eine zweite Führungsperson eingesetzt. Diese übernehme sowohl vorwiegend planerische als auch organisatorische Aufgaben und unterstütze die Schulleiterin bei der Personalführung. Die zusätzliche Schulleiterin sei ausgebildete Kindergärtnerin und habe die Schulleitungsausbildung an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen absolviert. Während 13 Jahren sei sie Schulleiterin einer Primarschuleinheit im Kanton St. Gallen gewesen. Den Thurgau kenne sie von ihrer früheren Tätigkeit als Kindergartenlehrperson. Die Schulbehörde habe sich zum Ziel gesetzt, die Führungsstruktur so weit anzupassen, «dass für jede einzelne Charge klare Abläufe, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen bestehen. Diese Aufgaben werden umgehend an die Hand genommen», betont Wasserfallen. «Mit diesen getroffenen Massnahmen unterstreicht die Schulbehörde ihren klaren Willen, schnell wieder Stabilität zu gewährleisten.»

Wahl voraussichtlich am 26. November

Sie sei nicht enttäuscht, jedoch überrascht, dass alles so herausgekommen sei, sagt Nathalie Wasserfallen. «Wir haben uns als Gruppe aufgestellt, und wir sind im Februar als Gruppe gewählt worden.» Die Trennung vom Präsidenten sei in geordnetem Rahmen abgelaufen. «Wir hatten ja keinen Streit. Und alle die Vorkommnisse haben die Behörde in der jetzigen Zusammensetzung zusammengeschweisst.» Zum Rücktrittsgrund des Präsidenten will sich Nathalie Wasserfallen auch jetzt nicht äussern. «Silvio Marghitola trat aus persönlichen Gründen zurück. In der Behörde haben wir Stillschweigen vereinbart.» Die Neuwahl ist am 26. November vorgesehen.

Nathalie Wasserfallen betont, dass die Volksschulgemeinde Wigoltingen im Gesamten auf einen gelungenen Start ins neue Schuljahr zurückblicken könne, «dank des überdurchschnittlich hohen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter». Der ehemalige Schulpräsident Silvio Marghitola konnte gestern nicht erreicht werden.

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