Die beste Polizei-Mehrkämpferin lebt im Thurgau

  • Liegestütze gab es für Linda Mettler schon an der Polizeischule. Dort machte man sie aber am Boden.
    Liegestütze gab es für Linda Mettler schon an der Polizeischule. Dort machte man sie aber am Boden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
13.09.2017 | 05:19

MATZINGEN ⋅ Schon zum zweiten Mal siegte Linda Mettler aus Matzingen beim Schweizer Polizei-Mehrkampf. Sie kommt aus Zürich, arbeitet bei der Stadtpolizei Winterthur, liebt aber den Thurgau – und einen Thurgauer.

Martin Rechsteiner

Martin Rechsteiner

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@ thurgauerzeitung.ch

Schiessen, Laufen, Weitsprung. Keine Polizistin der Schweiz kann das besser als Linda Mettler. Im August hat sie bei den Schweizer Polizei-Mehrkampfmeisterschaften bei den Frauen gewonnen. Weitere Disziplinen waren Kugelstossen und Schwimmen. Die 33-Jährige hat damit ihren Titel als sportlichste Polizistin der Schweiz verteidigt – bereits beim letzten Mal, vor zwei Jahren, holte sie die Goldmedaille.

Das kommt nicht von ungefähr: «Ich denke, es hat mir geholfen, dass ich früher viel Leichtathletik gemacht habe», sagt Mettler. «Jetzt gehe ich vor allem joggen und mache Krafttraining. Sport ist mir wichtig.»

Ein Fan des Dialekts

Linda Mettler steht bei der Stadtpolizei Winterthur im Dienst, wohnt aber seit sechs Jahren im Kanton Thurgau, in der Nähe von Matzingen. «Mir gefällt es dort, die Luft ist so frisch, zudem gibt es keinen Verkehrslärm.» Sie kommt ursprünglich aus Brüttisellen. «Ich mag die Art der Thurgauer auf dem Land. Sie sind offen und unkompliziert.» Auch der Dialekt gefällt der Zürcherin. «Bei gewissen Wörtern muss ich aber manchmal lachen», gesteht sie mit einem Grinsen, «etwa wenn ein Thurgauer ‹furchtbar› sagt.» Sie habe sich aber mittlerweile daran gewöhnt. «Bei der Stadtpolizei Winterthur arbeiten viele Leute aus dem Thurgau.»

Aus diesem Grund hat die 1,80 Meter grosse Brünette noch einen weiteren Bezug zum Ostschweizer Kanton: «Mein Partner ist Thurgauer. Und auch Polizist wie ich.» Kennengelernt haben sich die beiden natürlich bei der Arbeit. Seit rund neun Jahren ist Mettler Polizistin. Sie bekleidet den Rang einer Einsatzunteroffizierin, ist für die Betreuung von Neumitgliedern bei der Stadtpolizei zuständig und ausgebildete Hundeführerin. Der Schäferhund Flash lebt – wie bei der Polizei üblich – bei ihr zu Hause.

Ursprünglich kommt Mettler aus einem ganz anderen Berufsfeld. «Ich habe Arztgehilfin gelernt. Doch nach ein paar Jahren in der Praxis brauchte ich etwas anderes», sagt sie. Die junge Frau begann sich umzusehen. «Meine Mutter erinnerte sich daran, dass ich als Kind einmal Polizistin werden wollte, ich hatte das schlicht vergessen.» So kam es, dass Mettler bald die blaue Uniform trug.

Nur beim Schwimmen sind andere besser

Ihre Sportlichkeit ist der jungen Frau beim täglichen Einsatz immer wieder eine Hilfe. «In unserem Beruf ist das natürlich eine Voraussetzung. Wenn ich jemandem nachrennen muss, bin ich aber manchmal schon froh, dass ich noch Laufsport betreibe.» Davongekommen ist der schnellsten Polizistin des Landes übrigens noch niemand. «Einmal hat aber ein Kollege einen Flüchtigen vor mir gestellt – weil er das Auto genommen hat», erzählt Mettler.

Dass Schwimmen eine Disziplin des polizeilichen Wettkampfs ist, hat der Polizistin ebenfalls schon geholfen. «Ich hatte tatsächlich einmal einen Schwimmeinsatz bei der Polizei in Winterthur», sagt sie. Bei der Aktion musste sogar Mettlers neues Handy daranglauben. «Hinzu kommt, dass ich Schwimmen nicht besonders mag, da sind andere Kollegen auch besser als ich.» Für den Sieg beim Polizeimehrkampf hat es aber allemal gereicht.

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