ESCHLIKON

Ein klarer Sieg

Die evangelische Kirchgemeinde hat mit Heini Krauer einen neuen Präsidenten. Der Souverän wählte ihn gestern mit 75 Stimmen. Auf seine Herausforderin Susanna Koller Brunner entfielen 38 Stimmen.
19.06.2017 | 06:48
Christof Lampart

Christof Lampart

hinterthurgau

@thurgauerzeitung.ch

Das Resultat war wohl absehbar und auch etwas kalkuliert: Ende Mai gab die Kirchvorsteherschaft ihre Wahlempfehlung für das ­Kirchenpräsidium bekannt. In einem Mehrheitsbeschluss liess sie verlauten, dass sie den Kandidaten Heini Krauer seiner Mitbewerberin Susanna Koller Brunner vorziehen würden.

Und so ist es denn auch an der gestrigen Rechnungsgemeinde gekommen. Heini Krauer wurde von den 114 anwesenden Stimmberechtigten in der reformierten Kirche Eschlikon mit 75 Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt. Susanna Koller Brunner erhielt 38 Stimmen.

Susanna Koller unter Beschuss

Der freikirchlich geprägte Heini Krauer, der seit Februar Mitglied der Kirchenvorsteherschaft ist, verdeutlichte im Voraus der Wahlen, dass für ihn vor allem wichtig sei, dass die zentrale Botschaft des Glaubens, das Evangelium, wieder stärker in den Mittelpunkt der Gemeinde rücken sollte.

Die Kirche sei für ihn «eine Impulsgeberin in Sachen Gottesglauben», die für ihn persönlich in den vergangenen Jahren «immer wichtiger geworden ist», so Krauer.

Seine Kontrahentin, Susanna Koller Brunner erklärte, dass sie, im Falle einer Wahl, «den Menschen in den Vordergrund stellen will». Auf die Frage, wo die Kirchgemeine am Ende der aktuellen Amtszeit stehen würde, antwortete Koller Brunner: «Es wäre schön und erstrebenswert, wenn wir eine offene und sinnstiftende Kirchgemeinde hätten.»

In der Diskussion zeigte sich rasch, dass das Pendel deutlich zu Gunsten Krauers ausschlagen könnte. Denn während ihm keine Fragen gestellt wurden, wurde bei Susanna Koller Brunner gleich einige Male kritisch nachgehakt.

Stefan Forster ist neu Vorsteherschaftsmitglied

So war denn das deutliche Verdikt keine grosse Überraschung. Krauer nutzte die Gelegenheit, um in seiner kurzen Dankesrede alle Mitglieder mit ins Boot zu holen. «Ich will ein Präsident für alle sein. Auch für jene, die heute nicht hier in der Kirche sind.» Zwar wurde die eigentliche Versammlung von der Vizepräsidentin der Kirchenvorsteherschaft, Marlène Högger aus Münchwilen, geleitet, doch durch die Wahlen führte Dekanin Esther Walch Schindler.

Nebst dem Präsidium galt es auch, ein Mitglied der Kirchenvorsteherschaft zu ersetzen. Als einziger Kandidat stellte sich dafür Stefan Forster zur Wahl. Forster erklärte in seiner Rede, dass er seinen Glauben im Alltag aktiv lebe und mit den Leuten ins Gespräch kommen wolle.

Geprägt durch die Heilsarmee, habe er sich in Eschlikon durch die Art der Predigten «gut aufgenommen» gefühlt und wolle nun der Gemeinde «etwas zurückgeben», erklärte Forster. Er erhielt von den anwesenden Stimmberechtigten 87 Stimmen. 16 Stimmen entfielen auf Vereinzelte.

Übrige Geschäfte ohne Diskussionen

Keine Diskussion entspann sich um die übrigen Geschäfte. So wurde die Aufstockung des Arbeitspensums von Pfarrer David Lerch von 80 auf 85 Prozent ebenso grossmehrheitlich gutgeheissen wie auch die Jahresrechnung 2016, die mit einem Ertragsüberschuss von 12900 Franken schloss.

Vom Überschuss wurden je 6000 Franken für Abschreibungen der Renovation der Kirche Eschlikon und für die Erweiterung des Kirchenzentrums Münchwilen verwendet. Der Rest wurde dem Eigenkapital zu­gewiesen, das sich neu auf 2,358 Millionen Franken beläuft.

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