HÜTTLINGEN

Geduld bringt Anschluss

Sobald die S-Bahn-Haltestelle Frauenfeld-Langdorf in Betrieb geht, werden am Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf weniger Züge anhalten als jetzt. Möglicherweise nur so lange, bis der Brüttener Tunnel gebaut ist.
12.01.2018 | 06:51
Stefan Hilzinger

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Die Lösung des Dilemmas liegt unter der Erde zwischen Bassersdorf und Winterthur. Erst der Bau des sogenannten Brüttener Tunnels dürfte es um das Jahr 2035 wieder erlauben, dass der Bahnhof Hüttlingen-Mettendorf halbstündlich angefahren wird – und gleichzeitig auch die neue ­S-Bahn-Haltestelle Frauenfeld-Langdorf in Betrieb ist.

Noch 2014 war der damalige Frauenfelder Stadtammann Carlo Parolari davon ausgegangen, dass die Haltestelle Langdorf bis zum Fahrplanwechsel 2018 in Betrieb gehen wird. Davon ist man derzeit weit entfernt. Als Teil des Agglomerationsprogramms muss der neue Halt allerdings vor dem Jahr 2027 realisiert werden, um in den Genuss von Bundesgeldern zu kommen.

Auch wenn noch keine Entscheide gefallen sind und derzeit in Hüttlingen noch alles beim ­Alten ist: Im vergangenen Dezember trafen sich Vertreter von Kanton, der Stadt Frauenfeld, der ­Gemeinde Hüttlingen und der Regionalplanungsgruppe Regio Frauenfeld wegen den anstehenden Änderungen zu Gesprächen. «Die Beteiligten sind sich einig, alles für den Erhalt des Bahnhofs Hüttlingen zu tun», sagt der Frauenfelder Stadtpräsident Anders Stokholm.

SBB klären Machbarkeit der Haltestelle Langdorf ab

Geht die S-Bahn-Haltestelle in Betrieb, bevor der Brüttener ­Tunnel fertig ist, können die ­S-Bahn-Züge in Hüttlingen-Mettendorf höchstens noch stündlich halten. «Einen zusätzlichen Halt zwischen Winterthur und Weinfelden verträgt der Fahrplan derzeit nicht», sagt der Hüttlinger Gemeindepräsident Florian Ibig. Die Fehlstellen im Fahlplan wird die Stadt Frauenfeld mit einem Busbetrieb füllen.

Das hat der Kanton zur Bedingung gemacht, als er vor bald zwei Jahren entschied, drei Millionen Franken an den Bau der Haltestelle Langdorf beizusteuern (siehe Kasten). Auch sie wird in der Anfangsphase alternierend mit Bus und Bahn bedient. «Aktuell erarbeiten die SBB eine Objektstudie aus», sagt Stokholm zum Stand der Arbeiten an der Haltestelle Langdorf. «Die Studie wird im Frühling 2018 abgeschlossen und dann der Stadt Frauenfeld zugestellt», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. SBB-Fachleute prüfen in der Studie die technische und betriebliche Machbarkeit einer Haltestelle und auch finanzielle Fragen. Laut Pallecchi dauert allein das anschliessende Planungs- und Bewilligungsverfahren für eine Haltestelle rund sechs bis acht Jahre «sofern keine Einsprachen eingehen».

Vergleichbar lange dürfte es auch bei der Realisierung des Brüttener Tunnels dauern: Der Tunnel ist Teil des Projektes «Bahn-Ausbauschritt 2035» (Step 2035). Die mehr als 30 Bauvorhaben im Umfang von 11,5 Milliarden Franken hatte der Bund im vergangenen Herbst in die Vernehmlassung geschickt. Ende dieses Jahres soll die Botschaft dazu ans Parlament gehen. In rund einem Jahr dann dürften National- und Ständerat über den Bahnausbau entscheiden.

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