BERLINGEN

Die Hundekacke ist am Dampfen

Auf der Chloose-Wiese geniessen viele das schöne Wetter. Zahlreiche Hundehaufen trüben allerdings den Genuss. Die Gemeinde will mit einem Brief und Plakaten auf das Problem aufmerksam machen.
19.06.2017 | 18:32
Rahel Haag
Diesen Frühling spazierte Christof Rothenberger über die Chloose-Wiese, als ihm etwas auffiel. «Ich entdeckte mehrere Hundehaufen», sagt der Berlinger Gemeinderat. Die Neugier trieb ihn näher heran. Am Ende zählte er über 30 Häufchen. Einige davon waren in unmittelbarer Nähe des Spielplatzes.

«Das geht so nicht», sagte er sich und beschloss, das Thema im Gemeinderat einzubringen. Immerhin lägen im Sommer die Leute auf der Wiese, gingen baden. Gerade auch beim Spielplatz könne der Kot zum Problem werden: «Dort spielen Kinder», sagt er, «auch auf dem Boden.» Im schlimmsten Fall steckten sie sich den Kot in den Mund.

Nun sind weitere Schritte geplant. Ein Brief an alle Hundehalter sei im Entstehen. Sie konnten durch die Hundesteuer ausfindig gemacht werden. Das Schreiben soll noch diesen Monat verschickt werden. «Die meisten Hundehalter sind verantwortungsvoll, das ist uns bewusst», sagt Rothenberger. Meist seien es nur wenige, welche die Häufchen ihrer Hunde liegen liessen. «Deshalb wird es ein freundlicher Brief.» Ziel sei es, die Hundehalter aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass man das Problem im Auge habe. «Auf Anschuldigungen wollen wir aber verzichten.» Gleichzeitig hat die Gemeinde Plakate aufgestellt. Sie kommen vom Schweizer Tierschutzverein, der eine Kampagne zum Thema lanciert hat. «Seither ist es besser.» Die Plakate sollen spätestens Ende Monat wieder verschwinden.

Gemeinde könnte härter durchgreifen

Das Problem mit den Hundehaufen bestehe auf der Chloose-Wiese schon länger. «Es ist ein beliebter Spaziergang», sagt Rothenberger. Viele gingen dort vorbei. Die Gemeinde könnte auch härter durchgreifen. Statt Briefe zu verschicken und Plakate aufzustellen, könnte man auch Bussen aussprechen (siehe Kasten). «Wenn es geht, wollen wir darauf verzichten.» Sie vertrauten auf die Vernunft der Leute. In anderen Gemeinden sei das anders. Er habe schon Geschichten gehört. «Da versteckte sich der Dorfpolizist hinter einem Busch», sagt Rothenberger. Doch das gebe schlechte Stimmung, sie jedenfalls wollten niemanden «fangen und bestrafen». Von der Bevölkerung habe es bisher kaum Reaktionen gegeben – weder positive noch negative.

150 Franken pro Haufen

Gemäss Verordnung des Regierungsrates über das Halten von Hunden wird die nicht korrekte Beseitigung von Hundekot auf Trottoirs und Fusswegen sowie in Park-, Schul-, Spiel- oder Sportanlagen, Gärten, Futterwiesen und Gemüsegärten mit 150 Franken bestraft.
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