Auf den Spuren Auguste Piccards

  • Lucca Zuberbühler, Emanuel Fröhlich und Jan Kaiser wollen die Welt von oben sehen. In der weissen Styroporbox befinden sich die Kameras und ein Gerät, das die Flugbahn des Ballons festhält.
    Lucca Zuberbühler, Emanuel Fröhlich und Jan Kaiser wollen die Welt von oben sehen. In der weissen Styroporbox befinden sich die Kameras und ein Gerät, das die Flugbahn des Ballons festhält. (Bild: Stefan Hilzinger)
16.06.2017 | 07:15

FRAUENFELD ⋅ Das Wetter dürften passen: Morgen Samstag lassen die Sekschüler Lucca Zuberbühler, Emanuel Fröhlich und Jan Kaiser einen Heliumballon in die Stratosphäre steigen.

Stefan Hilzinger

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Es ist ein Traum, der buchstäblich zerplatzt: In etwa 30 Kilometern Höhe dehnt sich der Heliumballon so stark aus, dass es ihn zerreist. Dann schwebt der Ballon an einem Fallschirm sicher auf die Erde zurück. Lucca Zuberbühler, Emanuel Fröhlich und Jan Kaiser wagen das Experiment morgen Samstag. Sie lassen einen Wetterballon in die Stratosphäre steigen. Das ist der Bereich der Atmosphäre zwischen 15 und 50 Kilometern Höhe (siehe Grafik). Die drei Sekschüler aus Frauenfeld wandern damit gewissermassen auf den Spuren des Schweizer Physikers Auguste Piccard, der in den 1930er-Jahren als erster in einem Ballon in die Stratosphäre hochstieg.

Bei guter Sicht gibt’s spektakuläre Bilder

Allerdings steigen die drei Teenager nicht selbst in eine Ballonkapsel, sondern sie schicken Kameras, ein Temperaturmessgerät und andere Gerätschaften in einer Styroporbox auf die Reise. «Wir erhoffen uns spektakuläre Bilder und Videos aus der Höhe», sagt Emanuel Fröhlich. Seit er einen Beitrag über kanadische Schüler gesehen hat, die mit einem Wetterballon ein Lego-Männchen in die Höhe geschickt hatten, lässt ihn die Idee nicht mehr los. Vor rund einem Jahr begannen die Vorarbeiten. Es galt, das nötige Material zu beschaffen und Sponsoren zu finden, um das Unterfangen zu finanzieren. Lucca Zuberbühler und Jan Kaiser stiessen als Projektpartner dazu. Ein erster Start im vergangenen Herbst musste verschoben werden. Beim zweiten Versuch sollte es nun klappen. Die Wetterprognosen jedenfalls stimmen. «Ein paar Schleierwolken wären noch hübsch», sagt Jan Kaiser. Doch allzu bedeckt sollte es dann doch nicht sein, sonst sehen die Kameras von oben bloss Grau statt Blau.

Den Ballon wiederzufinden wird nicht ganz einfach

Den Heliumballon mit der Box steigen zu lassen, ist eine Sache, beides nach der Landung wiederzufinden, ist die andere. Doch hier hilft den Schülern moderne Satellitennavigation. Nach der Landung sollte der GPS-Tracker in der Box die Koordinaten der Landungsstelle übermitteln. Schon während des Fluges übermittelt der Tracker Positionsdaten. Mit Unterstützung zweier Väter fahren die drei ihrem Ballon hinterher. «Wenn wir ihn nicht schon am Samstag wiederfinden, setzen wir die Bergung am Sonntag fort», sagt Lucca Zuberbühler. Allenfalls ist sogar eine Übernachtung notwendig. Die kanadischen Schüler fanden ihren Ballon 100 Kilometer vom Startort entfernt.

Weitere Infos zum Vorhaben unter www.spaceballoon1.ch.

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