Träumen im Paradies

  • Sonnenuntergang am Bodensee in Buchhorn: Dem Cabin-Bewohner bietet sich ein traumhafter Blick.
    Sonnenuntergang am Bodensee in Buchhorn: Dem Cabin-Bewohner bietet sich ein traumhafter Blick. (Max Eichenberger)
16.06.2017 | 07:16

ARBON ⋅ Näher am See und erst noch mit Freiluft-Feeling kann man in der Stadt keine Unterkunft buchen: Der Campingplatz Buchhorn bietet neu vorläufig vier heimelige Holzhütten an. Ein Geheimtipp mit Panoramablick über den See. Und Erholung pur.

Max Eichenberger

Max Eichenberger

max.eichenberger

@thurgauerzeitung.ch

Schräg wirft die Abendsonne ihr klares, weiches Licht über das Flachdach des Strandbadrestaurants auf die Wiese, die zusehends vom Schatten eingefangen wird. Das Blattwerk der mächtigen Bäume, die bei der Erstellung der Anlage in Notstandsarbeit vor 85 Jahren gepflanzt worden sind, zwirbeln im lauen Dämmerungslüftchen. Es lässt auch das Schilf, das dichter als auch schon den Ufersaum bei der schrägen Betonmauer bildet, sanft wippen. Kleine Wellen rollen leise einlullend ans Ufer.

Das Buchhorn – mit dem Strandbad und dem Camping – mutet in dieser Stunde paradiesisch an. Zwei Schwimmer ziehen draussen gemütlich ihre Bahn zum Steg. Dort, ganz draussen, wird das Sonnenlicht zuletzt erlöschen. Während der orange- rote Leuchtball sich hinter den Egnacher Seewiesen absenkt, ist im Südosten der abnehmende Mond aufgestiegen. Dazwischen liegt, im Streifen, der begrenzt wird durch den Philosophenweg und die Bahn im Süden sowie das Naturschutzgebiet und den See, der Campingplatz Buchhorn.

Alles Nötige und ein gutes Raumgefühl auf wenig Platz

Dauermieter schätzen hier die Oase ganz nahe der Stadt. Neben den 33 Festplätzen gibt es 57 Touristenplätze. Zudem ein Zeltareal im unteren Bereich der Strandbadwiese vor allem für durchreisende Radler, die auf ihren Touren hier Station machen. Mit Platz für bis zu hundert kleineren Zelten. Die letzten ankommenden Radtouristen an diesem Tag schreiben sich bei Markus Möckli und Cornelia Principe ein. Sie führen schon die siebte Saison den Camping. Betrieblich bildet er eine Einheit mit dem Strandbad, wo die meiste Zeit Bademeister Roman Lippuner zum Rechten schaut. Ein kurzes Gestängescheppern durchbricht die Abendstille. Dann steht bald einmal die textile Unterkunft der Spätankömmlinge. Jetzt gibt es für Campinggäste ein neues Angebot. Seit dieser Woche stehen vier Holzhäuschen, sogenannte Cabins, als mietbare Unterkunft und bequeme Alternative zum Zelt zur Verfügung. Bei Nutzern stellt sich in der tunnelartigen Holzkonstruktion, die unterteilt ist in einen Schlaf- und einen Aufenthalts-/Essraum, sofort ein behagliches Wohngefühl ein. Ausgestattet sind die Cabins mit dem Nötigsten: ein Rost mit Schaumstoffmatten für zwei, notfalls drei Querschläfer im hinteren Bereich; im vorderen Raum hat es einen kleinen Tisch mit Sitzgelegenheit und eine Bank, die Stauraum bietet und auch als Ablagefläche genutzt werden kann. In den beiden grösseren Cabins lassen sich mit wenigen Handgriffen zusätzliche Schlafplätze einrichten. Die Dach- und Seitenwände fliessen im Halbrund ineinander und sind aussen mit weichen Kunststoffplatten gedeckt. Der Schutz gegen die Elemente ist gewährleistet, was im Zelt, je nach Bauart und Qualität, nicht immer so ist. Über ein rückseitiges Fenster und die Flügeltüren zur schmalen Veranda lässt sich die Unterkunft lüften.

Wie in einem Fichtenwald

Der Blick nach draussen bietet eine Panoramasicht auf den See und das gegenüberliegende deutsche Ufer, wo sich das Schloss Montfort am Horizont abzeichnet. Bevor es eindunkelt, spiegelt die Wasserfläche hellblau-violett mit einem orangen Einschlag das letzte Licht. Der See wirkt schwerelos. Wenn man nachts aufwacht, wähnt man sich in einem Fichtenwald. Und beim Gang zur Toilette muss der Gast auf die Stufe achten. Wer einen guten Schlaf hat, überhört die ersten Thurbo-Züge. Und wenn die Vögel den Tag ankündigen, ist dies das Zeichen, den Tag mit einem Morgenschwumm zu begrüssen.

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