ROMANSHORN

EZO braucht neues Geld

Die Stadt zahlt jährlich rund 91000 Franken an den Betrieb des Eissportzentrums Oberthurgau. Im September können die Stimmbürger über einen neuen Rahmenkredit entscheiden.
17.06.2017 | 09:04
Markus Schoch

Markus Schoch

markus.schoch

@thurgauerzeitung.ch

Gregor Müller übernahm vor gut einem Jahr mit seiner Familie den Betrieb des Eissportzentrums Oberthurgau (EZO) und arbeitet viel, sehr viel. Sieben Tage die Woche. Und seine Tage und diejenigen seiner Mitarbeiter sind oft lang. Zudem kämpft der ehemalige Banker nach eigenen Angaben um jeden Franken. Doch ohne Unterstützung der öffentlichen Hand käme er auf keinen grünen Zweig. «Aus eigener Kraft schwarze Zahlen zu schreiben, ist unmöglich», sagte Müller an der Jahresversammlung der SP am Mittwochabend. Und selbst mit finanzieller Hilfe der Städte und Gemeinden aus der Region ist es schwierig, alle Kosten zu decken. In den letzten Jahren schrieb das EZO unter dem Strich Verluste zwischen 33000 und 170000 Franken. Nach Meinung von Müller müsste es aber möglich sein, Gewinn zu erwirtschaften. «Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen.»

Das Ziel kann er aber nur erreichen, wenn ihm unter anderem Romanshorn weiter die Treue hält und auch künftig einen wiederkehrenden Betriebsbeitrag zahlt. 2012 beschlossen die Stimmbürger der Hafenstadt, dem EZO-Betreiber jährlich rund 91000 Franken zu überweisen. Die Zusage war aber auf fünf Jahre beschränkt und müsste jetzt erneuert werden, wenn Müller beziehungsweise das EZO im Besitz der Stadt eine Zukunft haben wollen. Am 24. September kann die Bevölkerung darüber entscheiden, ob sie das heutige Arrangement verlängern oder beenden möchte.

«Das EZO entwickelt sich toll»

Für die SP ist klar, dass die Investition ins EZO eine gute Investition ist. Sie seien sich im Vorstand darüber einig, sagte Präsidentin Aliye Gül. «Das Eissportzentrum ist wichtig für Romanshorn.» Die anwesenden Mitglieder waren gleicher Meinung. Einzelne warnten davor, die Vorlage auf die leichte Schulter zu nehmen im gegenwärtigen politischen Umfeld, wo die Zeichen auf Sparen stehen. «Es braucht Überzeugungsarbeit»,sagte Gül.

Er sei optimistisch mit Blick auf die Abstimmung, meinte ein Mann. «Das EZO entwickelt sich toll.» Dabei bezog er sich auf die Zahlen, die Müller präsentiert hatte: Im letzten Jahr standen über 6000 Schüler und mehr als 80000 andere Besucher auf dem Eis. Nicht nur Oberthurgauer finden zunehmend Gefallen an der Anlage. Auch alles, was Rang und Namen im Schweizer Eishockey habe, gebe sich im EZO die Klinke in die Hand, sagte Müller. «Wir sind eine regionale Sportanlage für alle, ein Imageträger für Romanshorn, ein Trefffunkt und nicht zuletzt ein Leistungs- und Ausbildungszentrum.» Geplant sei, die Attraktivität für die Bevölkerung weiter zu erhöhen mit Events und anderem.

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