ARBON

Die Magie der Bewegung

400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gehen in der Tanzwerkstatt ihrem Hobby nach. Am Samstag lud die Einrichtung ins Presswerk zu einem grossen Festival mit mehreren Showblöcken ein.
19.06.2017 | 06:42
Christof Lampart

Christof Lampart

arbon@thurgauerzeitung.ch

Es war eine Art Stelldichein der Tanzbegeisterten. Und zwar nicht erst im Presswerk, wo sich die Tribünenplätze in Windeseile füllten. Viele junge Mädchen und Frauen trafen am Samstagnachmittag schon früh am Auftrittsort ein, wobei vor allem den Jüngsten die Aufregung unschwer anzumerken war – schliesslich befand sich oft die ganze Familie in ihrem Schlepptau.

Beim Hintereingang, der zugleich auch die Tür zur Umkleide darstellt, herrscht schon beizeiten ein dichtes Gedränge, derweil die schon etwas Routinierteren draussen noch ein paar Pirouetten drehen oder die eine oder andere Figur übungshalber noch einmal tanzen – schliesslich gilt es in wenigen Minuten ernst. Und wer tanzt, der beschäftigt sich bekanntlich nicht mit anderem, sondern bleibt fokussiert.

Im Zuschauerraum ist zeitgleich nichts vom Lampenfieber der Akteurinnen zu bemerken. Die Reihen füllen sich mit einem gleichermassen gut gelaunten wie erwartungsfrohen und entspannten Publikum. Einige Eltern und Grosseltern haben eigene Kameras mitgenommen. Die meisten zücken in Erwartung derer, die gleich die Bretter, die für viele die Welt bedeuten, betreten werden, ihr Smartphone. Dann hebt sich der Vorhang.

Das ganze Spektrum vom Ballett bis zum Jazztanz

Doch getanzt wird noch nicht. Vielmehr verkündet Tanzschulleiterin Zuzana Vanecek zunächst den genauen Ablauf der Veranstaltung: «Einige haben jetzt wohl ganz schön Herzklopfen. Aber wir sind bereit», sagt Vanecek. Der Nachmittag ist in verschiedene Blöcke unterteilt. Angefangen bei den Kleinsten erstreckt sich das Programm von den Kindertanzklassen (Cornelia Binest) über Ballettklassen (Rebecca Demierre), den Hip-Hop- und Urban-Klassen (Olivia Sergio und Giulia Esposito) bis hin zu den Jazztanzklassen (Olivia Sergio und Zuzana Vanecek).

Wer sich alles ansehen möchte, muss ganz schön Ausdauer haben. Klar gibt es zwischendurch immer wieder Pausen, doch steht eines schon vor dem ersten Tanz, den die Kleinsten modisch mit Sonnenbrillen bestreiten, fest: Ein «Allesgucker» wird das Presswerk erst am frühen Abend wieder verlassen können.

Es gab in der Tat vieles zu sehen, das auch höchst sehenswert war. Schöne Kostüme, sorgsam eingeübte Tänze und Choreografien und ganz viele strahlende Gesichter – auch wenn manchem Tanztalent zuweilen die Anspannung anzumerken war. Wie gesagt war das Programm ordentlich lange. Da war es schon ­geschickt, dass die Blöcke so angelegt waren, dass viele Eltern sich den Zeitraum genau aus- suchen konnten, in dem ihr Kind tanzte. Wer wollte, konnte lange bleiben, doch war es ebenso möglich, nach etwas mehr als 30 Minuten wieder zu gehen.

Diese spontane Durchlässigkeit, die das Dürfen und nicht das Müssen betonte, verlieh der höchst abwechslungsreichen Tanzveranstaltung ein hohes Mass an spontaner Lässigkeit. Fürwahr, es war ein wunderschöner Nachmittag, dem beizuwohnen sich auf jeden Fall lohnte.

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