ST.GALLEN

Misstrauensvotum gegen Cityparking-Chef Jud

Der St.Galler Stadtrat setzt im Streit mit der Cityparking AG ein deutliches Zeichen. Er hat Verwaltungsratspräsident Elmar Jud seine Stimme für die Wiederwahl verweigert.
08.05.2017 | 20:50
David Gadze
An der Generalversammlung der Cityparking AG vom Montagabend hat der Verwaltungsrat einen Denkzettel verpasst bekommen: Bei der Wiederwahl von Verwaltungsratspräsident Elmar Jud hat sich die Stadt St. Gallen, die 40,4 Prozent der Aktien der Cityparking AG hält, ihrer Stimme enthalten. Damit hat sie nach der öffentlichen Kritik von Stadtpräsident Thomas Scheitlin im "Fall Martin Boesch" ein deutliches Zeichen gesetzt.

Elmar Jud. (Hanspeter Schiess)
Michael Urech, Leiter des städtischen Finanzamtes und Abgesandter des Stadtrats an der Generalversammlung, bestätigt denn auch den Zusammenhang zwischen dem "Fall Boesch" und der Stimmenthaltung. "Wir hätten uns in dieser Angelegenheit eine bessere Kommunikation gewünscht. Der Stadtrat ist mit dem Vorgehen unzufrieden."

Die Stimmenthaltung der Stadt ist jedoch mehr als nur der Ausdruck einer kurzfristigen Verstimmung. Sie bringt das derzeit schwierige Verhältnis zwischen der Cityparking AG und der Stadt, der grössten Aktionärin, zum Ausdruck. Man kann die Stimmenthaltung auch durchaus als Misstrauensvotum der Stadt gegen Elmar Jud deuten. Urech betont zwar, die Stadt habe sich im Wissen um die Wiederwahl Juds der Stimme enthalten. Er spricht aber auch von "gewissen Spannungen", auch im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben für eine Tiefgarage am Schibenertor und dem derzeit laufenden juristischen Verfahren aufgrund der verweigerten Baubewilligung.

"Im Moment haben wir das Heu nicht auf der gleichen Bühne", sagt Michael Urech. Man habe aber die Hoffnung, dass sich das Verhältnis nach der Wahl von Stadtrat Peter Jans in den Cityparking-VR vom 2. Mai nun bessere.
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