Zug attraktivster Standort für Unternehmen

  • Viele Fachkräften und Hochqualifizierte, gute Erreichbarkeit und vor allem tiefe Steuern: Der Kanton Zug ist für Unternehmen weiterhin der attraktivste Standort in der Schweiz.
    Viele Fachkräften und Hochqualifizierte, gute Erreichbarkeit und vor allem tiefe Steuern: Der Kanton Zug ist für Unternehmen weiterhin der attraktivste Standort in der Schweiz. (Keystone/WALTER BIERI)
12.09.2017 | 11:31

STANDORTQUALITÄT ⋅ Die Kantone Zug, Zürich und Aargau sind für Unternehmen die attraktivsten Standorte der Schweiz. Im Mittelfeld überholte Appenzell Ausserrhoden die Kantone Thurgau und Obwalden. Am Ende der Rangliste der Credit Suisse befinden sich die Kantone Wallis und Jura.

Mit deutlichem Abstand ist auch in diesem Jahr der Kanton Zug der unangefochtene Spitzenreiter im Standortqualitätsindikator der Credit Suisse, den die Grossbank am Dienstag veröffentlicht hat.

Der grosse Vorsprung des Kantons Zug erkläre sich hauptsächlich durch seine steuerliche Attraktivität, sagte Studienautor Jan Schüpbach von der CS auf Anfrage. Der Zentralschweizer Kanton belege beim Teilindikator Steuern Rang 1 bei den natürlichen Personen und Rang 6 bei den juristischen Personen.

Zudem könne Zug mit mit der Verfügbarkeit von Fachkräften und Hochqualifizierten überdurchschnittlich punkten. Auch die Erreichbarkeit mit öffentlichem Verkehr und Strassen sei sehr gut.

Wie in den vergangenen Jahren rangiert Zürich auf dem zweiten Rang. Der Kanton sei dank der Zentrumslage und dem Flughafen bei der Erreichbarkeit zwar noch attraktiver als der Kanton Zug, sagt Schüpbach. Negativ falle aber die Besteuerung von Unternehmen ins Gewicht, bei der Zürich lediglich Platz 22 belege. Auch bei den Fachkräften sei der Kanton Zürich im Durchschnitt weniger attraktiv als der Kanton Zug.

Attraktiv durch Steuersenkung

Der Kanton Aargau, der im vergangenen Jahr Basel-Stadt überholt hatte, verteidigte den dritten Platz vor Basel-Stadt. Er hatte seine Attraktivität hauptsächlich mit einer Unternehmenssteuersenkung im Jahr 2016 gesteigert.

Ebenfalls klar überdurchschnittliche Resultate erreichten die Kantone Nidwalden, Schwyz und Luzern. Im breiten Mittelfeld positionieren sich diverse Agglomerationskantone sowie der Stadtkanton Genf.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Appenzell Ausserrhoden verbessern. Der Ostschweizer Kanton rückte an Thurgau und Obwalden vorbei vom zehnten auf den achten Rang vor. Der Kanton Schwyz zieht knapp an Luzern vorbei. Der Kanton Waadt näherte sich Solothurn.

Randregionen und Wirtschaftszentren

Am wenigsten attraktiv für Unternehmen sind die peripheren Kantone Jura und Wallis. Deren natürliche Rahmenbedingungen - zum Beispiel die Topografie und die längeren Fahrzeiten in die grösseren Wirtschaftszentren - erschwerten die Standortpolitik und sind weitgehend unveränderbar, schreibt die CS.

Gleichwohl lasse sich die Positionierung beeinflussen, wie etwa das Beispiel des Kantons Uri zeige. Dieser habe dank einer attraktiven Besteuerung einen besseren Rang erreicht als andere Bergkantone.

Die regionalen Unterschiede in grösseren Kantonen wie Bern, Waadt, Graubünden oder Tessin sind gross. Deshalb untersuchten die CS-Ökonomen die Standortqualität zusätzlich auf Ebene der Wirtschaftsregionen.

Zu den attraktivsten Regionen für Unternehmen zählen die Zentren Zürich, Zug, Baden, Luzern, Basel und Bern sowie die Agglomerationen. Hauptgrund dafür ist ihre verkehrstechnische Erreichbarkeit.

In der Romandie übertrumpfe Nyon seine Nachbarregionen deutlich. Im Tessin schlugen Mendrisio und Lugano obenaus. Die Regionen im Alpen- und Jurabogen sind wegen der schlechteren Erreichbarkeit deutlich weniger attraktiv.

Stadt-Land-Graben

Gemäss den CS-Ökonomen zeigt sich zudem ein Stadt-Land-Graben bei der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften. In urbanen Regionen sowie den näheren Agglomerationsräumen verfügen über 40 Prozent über ein Diplom einer Fachhochschule, einer Universität oder einer höheren Fachschule. In der Stadt Zürich sind es sogar 52 Prozent. In ländlichen Regionen liegt der Anteil unter 20 Prozent. (sda)

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