Knatsch um Medikamente aus dem Automaten

  • Der Arznei-Versandhändler DocMorris des Schweizer Mutterkonzerns Zur Rose will in Deutschland neue Apothekenautomaten aufstellen.
    Der Arznei-Versandhändler DocMorris des Schweizer Mutterkonzerns Zur Rose will in Deutschland neue Apothekenautomaten aufstellen. (KEYSTONE/GAETAN BALLY)
12.09.2017 | 05:01

ZUR ROSE ⋅ Der Arznei-Versandhändler DocMorris, eine Tochter des Thurgauer Konzerns Zur Rose, will trotz eines Gerichtsverbots weitere Apothekenautomaten in Deutschland eröffnen. Man werde einen neuen Versuch unternehmen.

"Wir wollen auch in strukturschwachen Gegenden Menschen mit Arzneien versorgen, besonders wenn die Dorfapotheke schliesst", teilte Walter Oberhänsli, Chef der Schweizer Konzernmutter Zur Rose mit Sitz in Steckborn der Nachrichtenagentur dpa mit.

Im Juni hatte in Deutschland das Landgericht Mosbach vorläufig den Betrieb eines Apothekenautomaten im Ort Hüffenhardt untersagt. Dort verkaufte DocMorris Medikamente, indem Mitarbeiter in den Niederlanden per Video berieten und Arzneien per Knopfdruck freigaben.

Das Gericht war dem Antrag von Apotheken gefolgt, die das Gerät als wettbewerbswidrig ansahen. DocMorris argumentiert, es gehe um legitimen Versandhandel.

Vor Grundsatzentscheid

Der Versandhändler habe beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe Klage gegen das Verbot erhoben, teilte "Zur Rose"-Chef Oberhänsli mit. In dem noch laufenden Verfahren wolle man "elementare Rechtsfragen zu alternativen und digitalen Versorgungskonzepten" klären lassen, die für die Arzneimittelversorgung gerade in ländlichen Gebieten wichtig seien.

Apothekenverbände wehren sich schon länger gegen Versandhändler. Sie fordern ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneien, für das sich auch der deutsche Gesundheitsminister Hermann Gröhe stark macht. (sda/dpa)

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