Schweizer müssen tief in Tasche greifen

  • Für ihren privaten Konsum von Lebensmitteln bis zu Wohnungsmieten zahlen Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz über 60 Prozent mehr als im EU-Schnitt.
    Für ihren privaten Konsum von Lebensmitteln bis zu Wohnungsmieten zahlen Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz über 60 Prozent mehr als im EU-Schnitt. (KEYSTONE/WALTER BIERI)
16.06.2017 | 08:56

KONSUM ⋅ Konsumenten in der Schweiz zahlen weiterhin die höchsten Lebensmittelpreise Europas. Auch Hotels und Restaurants sind nirgendwo teurer. Generell liegen die Preise hierzulande 61 Prozent über dem EU-Niveau.

Die drei teuersten Länder Europas befinden sich alle ausserhalb der EU. Hinter der Hochpreisinsel Schweiz folgen Island und Norwegen. Konsumgüter und Dienstleistungen waren dort 2016 im Schnitt 47 beziehungsweise 40 Prozent teurer als in der Union, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat errechnet hat.

Zwischen den einzelnen Ländern gibt es zum Teil riesige Preisunterschiede. So kostete der Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs in Dänemark, dem teuersten Pflaster der EU, fast dreimal mehr als in Bulgarien und Rumänien. In den beiden billigsten Staaten bezahlten Konsumenten nur etwa die Hälfte des EU-Durchschnitts.

Die Preise für Nahrungsmittel lagen letztes Jahr in der Schweiz 73 Prozent über dem europäischen Mittel. Einzig in Norwegen war das Preisniveau (plus 63 Prozent) annähernd so hoch. Von den Nachbarländern lockt Deutschland mit den relativ günstigsten Lebensmittelpreisen (plus 6).

Bekleidung war 2016 in der Schweiz 43 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt. Nur in Island kleiden sich die Bewohner noch teurer (plus 63 Prozent). Auch für Alkohol und Tabak müssen die Isländer zusammen mit den Norwegern am tiefsten in die Tasche greifen. Bei diesen Produkten rangiert die Schweiz erst auf dem sechsten Platz (plus 28 Prozent).

Schweiz auch für Touristen am teuersten

Die Preise für Unterhaltungselektronik lagen hierzulande sogar leicht (minus 3) unter dem europäischen Mittel. Auch bei den Kosten für private Verkehrsmitteln kann die Schweiz mithalten (plus 3). Bei den Dienstleistungen von Hotels und Restaurants wiederum figuriert sie 67 Prozent über dem EU-Schnitt und damit auf dem unrühmlichen ersten Platz.

Österreich (plus 3) und Italien (plus 4) bewegen sich in diesem Sektor nahe am EU-Mittel. Am günstigsten nächtigen und tafeln Touristen auf dem Balkan. In Bulgarien und Albanien berappen sie dafür nicht einmal die Hälfte der durchschnittlichen EU-Preise. (sda)

Kommentare
Kommentar zu: Schweizer müssen tief in Tasche greifen
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()

geschrieben am 16.06.2017 17:38 | von Niklaus Immeli

Ein Grund mehr dem Einkaufturismus zu frönen,Geiz ist Gei und billiger im Ausland

antworten
Kommentar zu: Schweizer müssen tief in Tasche greifen
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()

geschrieben am 16.06.2017 17:53 | von Max Baumann

So lange wir in Bern keine Volks- sondern nur Interessenvertreter haben wird die Sache nicht besser.

antworten
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von dick??
 

Meistgelesen

In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 09:11

Messerattacke in Bazenheid: Tödlicher Streit unter Brüdern

Am frühen Montagnachmittag hat sich in Bazenheid ein Familiendrama ereignet.
Tierschützer Erwin Kessler liegt seit Jahren mit dem mutmasslichen Pferdequäler Ulrich K. im Clinch.
Kanton Thurgau: 16.10.2017, 18:19

Kronzeugin wider Willen: Tierschützer Kessler zieht Frau in Fall Ulrich K. hinein

Erwin Kessler hat eine Frau gegen ihren Willen bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft als ...
Die Thurgauerin Romy.
Ostschweiz: 16.10.2017, 22:20

"Wow!" Der Bachelor ist fasziniert von einer Thurgauerin

"Der Bachelor" ist am Montagabend auf dem Schweizer Sender 3+ in eine neue Runde gestartet.
Ist eine Person vermisst, sind die ersten Stunden der Suche laut der Polizei die wichtigsten.
Kanton St.Gallen: 17.10.2017, 08:39

Spurlos verschwunden: Das Leiden der Angehörigen

Ende Oktober sind es 15 Monate, dass ein Mann aus der Ostschweiz verschwand.
An dieser Stelle an der Hafenpromenade soll das Hotel zu stehen kommen.
Arbon&Romanshorn: 17.10.2017, 06:53

Romanshorner Hotelabstimmung wird zum Juristenfutter

Der Verkauf von Land am Hafen an Hermann Hess ist durch zwei Stimmrechtsrekurse blockiert.
Die Büro- und Gewerbeliegenschaft an der Hungerbühlstrasse 15 im Westen von Frauenfeld brennt lichterloh.
Stadt Frauenfeld: 17.10.2017, 08:28

Mehrere hunderttausend Franken Sachschaden bei Brand

Im Westen der Stadt Frauenfeld ist es in der Nacht auf Dienstag zu einem Vollbrand gekommen.
Organtransplantationen sind in der Schweiz rückläufig.
Schweiz Import: 17.10.2017, 06:15

Initiative will jeden zum Organspender machen, der sich nicht dagegen wehrt

Neu soll jeder Verstorbene zum Organspender werden, wenn er sich zu Lebzeiten nicht explizit ...
Die grossen Fenster des Zeppelins bieten einen spektakulären Blick auf Zürich.
Schauplatz Ostschweiz: 17.10.2017, 06:37

Bodensee-Luftschiff im Einsatz

In der Ostschweiz kennt man den Zeppelin NT. Nicht so in Zürich.
Maja Sanchez und Dominique Marxer haben bereits getestet, ob sie an Bord gut miteinander klarkommen. Hier in der Ostsee.
Arbon&Romanshorn: 16.10.2017, 17:28

Eine Egnacherin auf den Weltmeeren

30'000 Seemeilen in einer Segelyacht: Die Egnacherin Maja Sanchez und ihr Freund Dominique ...
In Zürich wird intensiv über schlecht unterhaltene und überteuerte Mietshäuser diskutiert. Nun beschäftigt das Thema auch den St. Galler Kantonsrat.
Ostschweiz: 17.10.2017, 08:36

Politiker wollen gegen Vermieter von Schmuddelwohnungen vorgehen

Heruntergekommene Wohnungen, überrissene Mieten: Solche Missstände kämen im Kanton St.Gallen ...
Zur klassischen Ansicht wechseln