SBB legt geplante Uber-Funktion auf Eis

  • Taxi ja, Uber nein: Die SBB sieht vorerst davon ab, Uber in ihre Reiseplaner-App zu integrieren. (Symbolbild)
    Taxi ja, Uber nein: Die SBB sieht vorerst davon ab, Uber in ihre Reiseplaner-App zu integrieren. (Symbolbild) (Keystone/WALTER BIERI)
16.06.2017 | 12:34

FAHRDIENSTE ⋅ Nach heftiger Kritik von Gewerkschaften sieht die SBB bis auf Weiteres davon ab, den Fahrdienstvermittler Uber in ihre Reiseplaner-App zu integrieren. Die Gewerkschaften Unia, SEV und syndicom zeigen sich erfreut. Nun müsse die Post nachziehen, fordern sie.

Die SBB bestätigte am Freitag den Entscheid, die geplante Zusammenarbeit mit Uber vorerst auf Eis zu legen. "Wie bekannt, bestehen bezüglich Uber offene Fragen", sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage. Solange diese seitens Uber nicht geklärt seien, gebe es vorläufig keine Integration in den SBB-Reiseplaner.

Die Reiseplaner-App der SBB errechnet verschiedene Verkehrswege von A nach B und berücksichtigt dabei sowohl öffentliche als auch private Verkehrsanbieter.

Die drei Gewerkschaften zeigten sich über die Ankündigung der SBB erfreut. Sie hatten SBB und Post zuvor mehrmals aufgefordert, nicht mit Uber zusammenzuarbeiten. Ubers Geschäftsmodell beruhe auf der Umgehung von Gesetzen, argumentierten sie.

So verweigere der Konzern seinen Angestellten die Sozialversicherungsbeiträge, zahle keine Mehrwertsteuer und fördere die Schwarzarbeit. Dass bundesnahe Betriebe mit ihren Apps Aufträge an den Fahrdienst vermittelten, sei angesichts dieser Tatsachen nicht tragbar.

Die SBB hatte eine Integration von Uber in ihre Mobilitäts-App jedoch erst angedacht. Die Bundesbahnen nähmen die Anliegen der Gewerkschaften ernst, hatte die SBB Anfang April anlässlich einer von den Gewerkschaften organisierten Protestaktion mitgeteilt. Sie arbeite nur mit Unternehmen zusammen, welche die Gesetze einhielten.

Post geht nochmals über die Bücher

Bei der Post ist die Zusammenarbeit mit Uber über die bestehende Mobilitäts-App "NordwestMobil" demgegenüber bereits angelaufen. Die App ist ein Pilotprojekt im Grossraum Basel, das im Oktober 2016 startete und noch bis im Herbst 2017 dauert. Über den Routenplaner können verschiedenste Verkehrsmittel miteinander kombiniert werden. Neben Postauto, Bus, Zug, Tram, Schiff und Velo ist unter anderem auch das Angebot von Uber buchbar.

Die Zusammenarbeit mit Uber werde bis zum Ende der Pilotphase beibehalten, sagte am Freitag ein Sprecher der PostAuto AG auf Anfrage. Nach Ablauf der Pilotphase und bevor die Mobilitäts-App in der ganzen Schweiz lanciert werde, würde die Frage der Verkehrsanbieter allerdings "neu geprüft".

Uber wehrt sich

Uber hatte die Vorwürfe der Gewerkschaften Anfang April auf Anfrage als "nicht mehr tragbar" bezeichnet. Es würden bewusst Informationen weggelassen, um gegen Uber Stimmung zu machen.

So arbeiteten die grössten Schweizer Taxizentralen genauso wie Uber nur mit selbständigen Fahrern zusammen. Für die Sozialversicherungsbeiträge kämen die selbständigen Fahrer seit je selbst auf. Diese Taxizentralen seien ebenfalls in verschiedene Mobilitäts-Apps integriert. Uber ist in der Schweiz in den Städten Basel, Genf, Lausanne und Zürich tätig. (sda)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Welche Farbe hat eine reife Banane??
 

Meistgelesen

Alois Brändle in seiner Wohnung in Goldach: Das Sauerstoffgerät ist sein ständiger Begleiter.
Ostschweiz: 21.08.2017, 07:15

"Über mir brach alles zusammen"

Alois Brändle leidet an der Lungenkrankheit COPD. Die sogenannte Raucherlunge ist weltweit eine ...
Florian Ast wohnt zeitweise in Abtwil - der Liebe wegen.
Region St.Gallen: 21.08.2017, 10:06

Florian Ast ist jetzt ein bisschen Abtwiler

Er ist einer der Grossen der Schweizer Musikszene.
St. Gallen für einmal im gegnerischen Strafraum: Karim Haggui springt höher als Grasshoppers-Verteidiger Emil Bergström.
FC St.Gallen: 20.08.2017, 17:44

Harmlose St. Galler in Zürich fast ohne Chance

Weil der Auftritt des FC St. Gallen lange ohne Durchschlagskraft ist, kassiert er bei den zuvor ...
Boris Tschirky in der Neugasse vor dem Amtshaus.
Ostschweiz: 21.08.2017, 11:51

Hat der Grosse auch die Grösse?

Der Gaiserwalder Gemeindepräsident Boris Tschirky gilt als Kronfavorit.
Motocross birgt Gefahren - am Sonntag ging ein Unfall tödlich aus.
Sport: 21.08.2017, 11:10

Thurgauer stirbt bei Motocross-Unfall

Tödlicher Unfall bei einer Motocross-Veranstaltung im Kanton Schaffhausen: Ein 48-jähriger ...
Beim Abstieg löste sich ein Stein, an dem sich die 30-Jährige festhielt. Die Frau stürzte daraufhin rund 25 Meter hinunter und blieb im auslaufenden Gelände liegen.
Unfälle & Verbrechen: 21.08.2017, 11:27

Wanderin stürzt bei Follaplatta in die Tiefe

Eine 30-jährige Wanderin ist am Sonntagmittag bei der Follaplatta abgestürzt, nachdem sie mit ...
Polizisten untersuchen eine der Bushaltestellen, an denen am Montag ein Mann Passanten angefahren hat.
Panorama: 21.08.2017, 13:02

Wagen in Bushaltestelle gefahren

Ein Auto ist am Montag in Marseille in zwei Bushaltestellen gerast.
Nyali gilt als nobler Stadtteil Mombasas. Auf der Fahrt dorthin wurde offenbar ein Schweizer Touristenpaar getötet und in Tüchern gewickelt am Strassenrand liegengelassen. (Themenbild)
Panorama: 20.08.2017, 19:26

Schweizer Paar in Kenia getötet

In der kenianischen Küstenstadt Mombasa ist am Sonntag ein Schweizer Touristenpaar tot ...
Andreas Nöckl (links) und Manuel Würth setzen ihren Grill in Szene.
Gossau: 21.08.2017, 05:17

Grillieren wie in Argentinien

Andreas Nöckl und Manuel Würth produzieren in Lömmenschwil Grills nach argentinischem Vorbild.
Fit genug für das Präsidialamt? Die demokratische Angeordnete Lofgren will Trump auf Anzeichen von Demenz hin prüfen lassen.
International: 20.08.2017, 18:32

Parlamentarierin will Demenz-Test für Trump

Die demokratische US-Abgeordnete Zoe Lofgren will Präsident Donald Trump dazu zwingen, sich ...
Zur klassischen Ansicht wechseln