Chinesen wollen Air Berlin kaufen

  • Soll künftig von China aus fliegen: Die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim hat Interesse an der insolventen Air Berlin.
    Soll künftig von China aus fliegen: Die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim hat Interesse an der insolventen Air Berlin. (KEYSTONE/AP dpa/DANIEL REINHARDT)
13.09.2017 | 00:37

LUFTFAHRT ⋅ Ins Bieterverfahren um die insolvente Air Berlin hat sich einem Medienbericht zufolge ein neuer Interessent eingeschaltet. Demnach teilte die chinesische Betreibergesellschaft des Flughafens Parchim, LinkGlobal, schriftlich ihr Interesse an einer Übernahme mit.

"Wir wurden informiert, dass Air Berlin einen verlässlichen Investoren für eine Übernahme sucht. Hiermit bekunden wir unser Interesse und unsere Absicht in dieser Angelegenheit", zitierte die deutsche "Bild"-Zeitung am Mittwoch den Geschäftsführer von LinkGlobal, Jonathan Pang, aus einem Schreiben, das auf den 31. August datiert sei.

Ein konkretes Angebot soll demnach vor Ablauf der Frist an diesem Freitag um 14 Uhr beim Insolvenzverwalter eingereicht werden. Offenbar plane Pang eine Verlegung der Airline nach Parchim.

"Wir glauben, dass wir eine Win-Win-Situation für Air Berlin und den Flughafen Parchim schaffen können, wenn wir die Basis der Fluggesellschaft auf unseren Flughafen in Parchim verlegen können", schreibt Pang laut der Zeitung weiter. Der Insolvenzverwalter von Air Berlin äusserte sich auf Anfrage des Blattes nicht zu dem Schreiben.

Minister ruft Piloten zur Rückkehr auf

Derweil rief der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrinth nach den massenhaften Krankmeldungen die Air-Berlin-Piloten dazu auf, an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Air Berlin sieht ihre Rettung durch die vielen Krankmeldungen in Gefahr.

"Die Insolvenz von Air Berlin ist eine grosse Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze. Aber gerade deswegen ist es wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrecht zu erhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen," sagte Dobrindt der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch.

Die deutsche Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries forderte den Zusammenhalt von Belegschaft und Unternehmen. "Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten an den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen", sagte Zypries.

Rund hundert Flüge gestrichen

Air Berlin sieht ihre Rettung durch Krankmeldungen vieler Piloten in Gefahr. Denn mitten im Verkaufsprozess musste die insolvente Fluggesellschaft am Dienstag rund 100 Flüge streichen und dürfte damit weiteres Vertrauen bei ihren Kunden verloren haben.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, weil der Grossaktionär Etihad den Geldhahn zudrehte. Nun lotet der Sachwalter Lucas Flöther zusammen mit dem Management Lösungen für eine Sanierung aus. (sda/reu)

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