Zur Rose kann Börsengang ins Auge fassen

  • Börsengang noch in diesem Jahr: Die Versandapotheke Zur Rose sieht vor allem in Deutschland Wachstumspotential.
    Börsengang noch in diesem Jahr: Die Versandapotheke Zur Rose sieht vor allem in Deutschland Wachstumspotential. (Keystone/GAETAN BALLY)
19.06.2017 | 19:20

APOTHEKEN ⋅ Die Versandapotheke Zur Rose kann noch in diesem Jahr an die Schweizer Börse gehen. Ihre Aktionäre haben am Montag an einer ausserordentlichen Generalversammlung die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Mit grosser Mehrheit hätten die Aktionäre alle für einen Börsengang notwendigen formellen Statutenänderungen beschlossen, teilte Zur Rose am Montagabend mit. Gutgeheissen wurde zudem die Schaffung eines genehmigten Aktienkapitals im Nennwert von knapp 12,5 Millionen Franken.

Mit einem Gang an die Schweizer Börse noch in diesem Jahr will Zur Rose, wie vor zehn Tagen mitgeteilt, mindestens 200 Millionen Franken einnehmen. Mit den Geldern soll vor allem in Deutschland die Marktführerschaft weiter ausgebaut werden. Dank einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Oktober will Zur Rose dort auch bei den Verkäufen von rezeptpflichtigen Medikamenten stärker wachsen. Das Gericht hob die Preisbindung für diese auf.

In der Schweiz abgebremst

In der Schweiz hingegen hatte das Bundesgericht 2015 entschieden, dass Zur Rose auch rezeptfreie Medikamente nicht ohne Rezept über ihren Onlineshop verkaufen darf. Das Wachstum in der Schweiz hat sich seither deutlich abgeflacht.

Im Endkundengeschäft setzt das Unternehmen deshalb inzwischen vermehrt auf Apotheken vor Ort. Im August 2016 eröffnete Zur Rose beim Hauptbahnhof Bern ihren ersten Flagshipstore, wo unter anderem online bestellte Medikamente abgeholt werden können. Anfang Juli eröffnen soll die erste Shop-in-Shop-Apotheke in einer Migros-Filiale in Bern. Die Ankündigung wurde in der Branche mit Vorbehalten zur Kenntnis genommen.

Wachsen will Zur Rose auch mit Akquisitionen. Aktuell führt der Versandhändler nach eigenen Angaben in Deutschland Übernahmegespräche mit dem Eigentümer einer auf rezeptfreie Medikamente fokussierten Versandapotheke.

Der Zukauf würde nach Angaben von Zur Rose den Umsatz im Segment Deutschland um über 10 Prozent erhöhen. Die Vertragsunterzeichnung dürfte im dritten Quartal 2017 erfolgen.

In den roten Zahlen

Die Wachstumsstrategie ist mit hohen Kosten verbunden und schlägt sich in den Geschäftszahlen des Unternehmens nieder. 2016 schrieb Zur Rose einen Verlust von 12,8 Millionen Franken bei einem Umsatz von 880 Millionen Franken.

Aktuell gehören gut zwei Drittel der Aktien der Zur Rose-Gruppe 2000 Ärzten, institutionellen Investoren sowie Privatanlegern. Das Aktionariat besteht zudem aus mehreren Grossaktionären, nämlich der KWE Beteiligungen AG der Unternehmerfamilie Frey (20,7 Prozent), der Matterhorn Pharma Holding der saudi-arabischen Investorengruppe Al Faisaliah (6,1 Prozent) und Mitgliedern von Verwaltungsrat und Management (8,4 Prozent). (sda)

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