Status quo bei Spitzenmedizin soll bleiben

  • Ein Schweizer Ärzte-Team während der Entnahme eines für eine Transplantation vorgesehenen Herzens bei einem Unfallopfer. Für die Vergabe der Leistungszuteilungen bei der hochspezialisierten Medizin ist seit 2009 das sogenannte HSM-Beschlussorgan zuständig. (Archivbild)
    Ein Schweizer Ärzte-Team während der Entnahme eines für eine Transplantation vorgesehenen Herzens bei einem Unfallopfer. Für die Vergabe der Leistungszuteilungen bei der hochspezialisierten Medizin ist seit 2009 das sogenannte HSM-Beschlussorgan zuständig. (Archivbild) (Keystone/GAETAN BALLY)
12.09.2017 | 16:36

SPITZENMEDIZIN ⋅ Herztransplantationen sollen auch künftig an den drei Unispitälern Zürich, Bern und Lausanne durchgeführt werden. Dies empfiehlt das Fachorgan für Hochspezialisierte Medizin (HSM) der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK) dem HSM-Beschlussgremium.

Auch die übrigen Zuordnungen im HSM-Bereich "Organtransplantationen bei Erwachsenen" seien weiter gerechtfertigt, schreiben die Experten in einem Bericht, auf den die GDK im Bundesblatt vom Dienstag verweist. Da keine Neubewerbungen vorlägen, stelle sich die Frage nach der Zulassung zusätzlicher Leistungserbringer für die nächsten sechs Jahre nicht.

Zum entsprechenden HSM-Bereich gehören neben den Herz- auch Leber-, Lungen-, Nieren- sowie Pankreas- und Inseltransplantationen. Leistungen dürfen insgesamt sechs Spitäler erbringen: neben den Unispitälern Zürich, Bern und Lausanne sind dies jene in Basel und Genf sowie das nicht-universitäre Kantonsspital St. Gallen.

Die Leistungsaufträge werden pro Teilbereich vergeben. Ausser im Teilbereich Nierentransplantationen (Ende 2019) sind die laufenden Aufträge bis Ende Jahr befristet. Um die Periodizität anzugleichen, wird die nächste Auftragsdauer bei den Nierentransplantationen entsprechend verkürzt.

Spitäler, Kantone und weitere Betroffene haben bis am 12. Oktober Zeit, zu den Empfehlungen des mit nationalen und internationalen Medizinern besetzten HSM-Fachorgans schriftlich Stellung zu nehmen. Das HSM-Beschlussorgan wird nach dieser Anhörung den definitiven Entscheid über die Zuteilungen fällen.

Umstrittene Reduktion

Um die Vergabe der Leistungsaufträge bei Herztransplantationen wird seit Jahren gerungen. Während die drei bisherigen Auftragsempfänger ihre Zulassung behalten wollen, verlangen Kritiker, dass wegen der schweizweit sehr kleinen Fallzahlen mittelfristig eine Reduktion auf maximal zwei Zentren angestrebt werden solle.

Von den Fallzahlen her machen Herztransplantationen in der Tat einen kleinen Teil der Spitzenmedizin aus: Im vergangenen Jahr führten das Universitätsspital Zürich, das Berner Inselspital und das CHUV Lausanne insgesamt 41 Herztransplantationen durch.

Am häufigsten werden in der Schweiz Nierentransplantationen durchgeführt. Auf sie entfielen letztes Jahr mehr als die Hälfte aller 523 Organtransplantationen in der Schweiz.

Entscheid auch zu Blutstammzellen

Neben den Leistungsaufträgen bei den Organtransplantationen wird das HSM-Beschlussgremium bis Ende Jahr zudem über die Zuteilungen bei den Transplantationen von Blutstammzellen entscheiden. Auch hier empfehlen die Experten, die drei aktuell zugelassenen Unispitäler Basel, Genf und Zürich für weitere sechs Jahre zu berücksichtigen.

Die Kantone planen die hochspezialisierte Medizin erst seit 2009 gemeinsam. Damals trat die Interkantonale Vereinbarung über die Spitzenmedizin in Kraft. Diese bestimmt, dass dem HSM-Beschlussorgan die Kompetenz erteilt wird, für Leistungen der hochspezialisierten Medizin Spitallisten zu erstellen. (sda)

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