St.Gallen: Ökowiesen als Todesfallen für Rehkitze

  • Rehkitzen in Ökowiesen droht ein qualvoller Tod durch Vermähen.
    Rehkitzen in Ökowiesen droht ein qualvoller Tod durch Vermähen. (KEYSTONE/GAETAN BALLY)
17.06.2017 | 11:07

WILDTIERE ⋅ Vier Rehkitze sind am Freitag beim Mähen von Öko-Wiesen auf St.Galler Stadtgebiet getötet worden. Die Jäger rufen die Bauern in der Schweiz auf, die Wiesen vor dem Mähen nach Rehkitzen und anderen Wildtieren abzusuchen. Erfolgreich, aber teuer sind Drohnen.

Ökologische Ausgleichsflächen dürfen erst nach dem 15. Juni gemäht werden. Laut den Jägern der Stadt St. Gallen starben am ersten Tag, an dem das Mähen dieses Jahr erlaubt war, allein im stadtnahen St. Galler Jagdrevier vier Jungtiere einen qualvollen Tod durch Vermähen. Aus angrenzenden Revieren seien zahlreiche weitere Fälle gemeldet worden - und die Dunkelziffer sei hoch, teilte Jagd St. Gallen am Samstag mit.

Die ökologischen Flächen würden zur Todesfalle für Jungtiere. "Es darf nicht sein, dass am Tag nach Ablauf der Schonfrist subventionierte Ausgleichsflächen auf breiter Front abrasiert werden und damit unendliches Tierleid verursacht wird", schreibt Peter Weigelt, der Präsident von Revierjagd St. Gallen.

Leider gingen viele Landwirte davon aus, dass Rehkitze nur im Mai ein Thema seien. Dies sei jedoch ein Irrtum. Rehe versteckten ihre Jungen bis Ende Juni im hohen Gras. Deshalb seien Verblendungsmassnahmen und Kontrollen von waldnahen Mähflächen zwingend. "Noch besser wäre es, wenn ökologische Ausgleichsflächen erst im Juli gemäht werden dürften", sagen die Jäger.

3000 Rehkitze verenden

Laut Statistiken sterben beim Mähen von Wiesen in der Schweiz jedes Jahr bis zu 3000 Rehkitze. Die Dunkelziffer sei hoch, heisst es im Communiqué. Der Staat müsse zwingend handeln, zumal die Tiere mit wenig Aufwand vor dem qualvollen Tod bewahrt werden könnten.

Die Jäger kritisieren auch die St. Galler Behörden. Vor wenigen Tagen habe der Kanton das Biodiversitätskonzept 2018-2025 in die Vernehmlassung geschickt. Darin seien jagdbare Wildtiere nicht einmal erwähnt.

Erfolgreich im Auffinden versteckter Rehkitze sind Drohnen. So hat etwa ein Berner Maturand eine selbstgebaute Drohne mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet und in diesem Frühjahr mehrere Jungtiere gerettet. Allerdings dürfte es sich um die teuerste Methode zur Rehkitzrettung handeln. Drohnenflüge von spezialisierten Unternehmen kosten zwischen 150 und 200 Franken pro Parzelle. (sda)

Kommentare
Kommentar zu: St.Gallen: Ökowiesen als Todesfallen für Rehkitze
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()

geschrieben am 17.06.2017 13:19 | von Sabine Koller

So was zu hören macht mich Traurig. Die armen Rehkitze. Währe doch nicht so schlimm die Öko-Wiesen später zu Mähen. Und mehr Kontrollen. Und die süssen Rehkitze müssten nicht an einem so Qualvollen Tot sterben. Wir haben sonst nicht mehr allzufiele mehr. Geht der Natur u. den Tieren ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Wir brauchen die Natur (Luftfilter). Sie braucht uns nicht...

antworten
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Welcher der folgenden Begriffe ist keine Farbe: Gelb, Blau, Tisch?
 

Meistgelesen

In diesem Haus an der Neugasse in Bazenheid kam es zum Streit.
Unfälle & Verbrechen: 17.10.2017, 09:11

Tödlicher Streit unter Brüdern: Der mutmassliche Täter galt als jähzornig

Am frühen Montagnachmittag hat sich in Bazenheid ein Familiendrama ereignet.
Tierschützer Erwin Kessler liegt seit Jahren mit dem mutmasslichen Pferdequäler Ulrich K. im Clinch.
Kanton Thurgau: 16.10.2017, 18:19

Kronzeugin wider Willen: Tierschützer Kessler zieht Frau in Fall Ulrich K. hinein

Erwin Kessler hat eine Frau gegen ihren Willen bei der Thurgauer Staatsanwaltschaft als ...
Die Thurgauerin Romy.
Ostschweiz: 16.10.2017, 22:20

"Wow!" Der Bachelor ist fasziniert von einer Thurgauerin

"Der Bachelor" ist am Montagabend auf dem Schweizer Sender 3+ in eine neue Runde gestartet.
Ist eine Person vermisst, sind die ersten Stunden der Suche laut der Polizei die wichtigsten.
Kanton St.Gallen: 17.10.2017, 08:39

Spurlos verschwunden: Das Leiden der Angehörigen

Ende Oktober sind es 15 Monate, dass ein Mann aus der Ostschweiz verschwand.
An dieser Stelle an der Hafenpromenade soll das Hotel zu stehen kommen.
Arbon&Romanshorn: 17.10.2017, 06:53

Romanshorner Hotelabstimmung wird zum Juristenfutter

Der Verkauf von Land am Hafen an Hermann Hess ist durch zwei Stimmrechtsrekurse blockiert.
Die Büro- und Gewerbeliegenschaft an der Hungerbühlstrasse 15 im Westen von Frauenfeld brennt lichterloh.
Stadt Frauenfeld: 17.10.2017, 08:28

Mehrere hunderttausend Franken Sachschaden bei Brand

Im Westen der Stadt Frauenfeld ist es in der Nacht auf Dienstag zu einem Vollbrand gekommen.
Organtransplantationen sind in der Schweiz rückläufig.
Schweiz Import: 17.10.2017, 06:15

Initiative will jeden zum Organspender machen, der sich nicht dagegen wehrt

Neu soll jeder Verstorbene zum Organspender werden, wenn er sich zu Lebzeiten nicht explizit ...
Die grossen Fenster des Zeppelins bieten einen spektakulären Blick auf Zürich.
Schauplatz Ostschweiz: 17.10.2017, 06:37

Bodensee-Luftschiff im Einsatz

In der Ostschweiz kennt man den Zeppelin NT. Nicht so in Zürich.
Maja Sanchez und Dominique Marxer haben bereits getestet, ob sie an Bord gut miteinander klarkommen. Hier in der Ostsee.
Arbon&Romanshorn: 16.10.2017, 17:28

Eine Egnacherin auf den Weltmeeren

30'000 Seemeilen in einer Segelyacht: Die Egnacherin Maja Sanchez und ihr Freund Dominique ...
In Zürich wird intensiv über schlecht unterhaltene und überteuerte Mietshäuser diskutiert. Nun beschäftigt das Thema auch den St. Galler Kantonsrat.
Ostschweiz: 17.10.2017, 08:36

Politiker wollen gegen Vermieter von Schmuddelwohnungen vorgehen

Heruntergekommene Wohnungen, überrissene Mieten: Solche Missstände kämen im Kanton St.Gallen ...
Zur klassischen Ansicht wechseln