Waldbrand in Portugal wütet weiter

  • Feuerwehrmänner kämpfen an mehreren Fronten gegen den Waldbrand, doch die Flammen fressen sich weiter vorwärts.
    Feuerwehrmänner kämpfen an mehreren Fronten gegen den Waldbrand, doch die Flammen fressen sich weiter vorwärts. (KEYSTONE/AP/PAULO DUARTE)
19.06.2017 | 11:34

PORTUGAL ⋅ In Portugal kämpfen Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Zivilschutzes und des Militärs unermüdlich gegen den schlimmsten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte. Ein Ende des Alptraums ist noch nicht in Sicht.

Bisher forderte der verheerende Waldbrand mindestens 62 Todesopfer. Die Flammen frassen sich am Montag im Bezirk Leiria 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon durch die bergige Waldregion auf vier Fronten vorwärts.

Sie bedrohten mehrere Dörfer und waren nahe dran, auch die Nachbar-Bezirke Coimbra und Castelo Branco zu erreichen, wie die portugiesische Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf Sprecher der Feuerwehr und des Zivilschutzes berichtete. Für die Einsatzkräfte gab es keine Pause.

Unter anderem seien zehn Bewohner des kleinen Dorfes Aguda am Montag in Sicherheit gebracht worden, hiess es. In der Region um den Kreis Pedrógão Grande waren am Montag nach einer Mitteilung des Zivilschutzes mehr als 900 Feuerwehrmänner mit knapp 300 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen im Einsatz. Trockenheit, Temperaturen von mehr als 30 Grad und starke Winde behinderten den Angaben zufolge die Löscharbeiten.

Dreitägige Staatstrauer

Die Zahl der Todesopfer blieb seit Sonntagabend zwar unverändert, die Behörden warnten aber, dass diese noch steigen könne. Man habe nämlich einige Gebiete noch nicht erreichen können, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes, vor Journalisten. Die Zahl der Verletzten hatte Innenministerin Constança Urbano de Sousa am Sonntagabend mit 62 angegeben.

Eine von der Regierung angeordnete dreitägige Staatstrauer begann am Montag. Ministerpräsident António Costa sagte: "Die Tragödie schockiert uns durch ihre Dimension." Es ist der Waldbrand mit den meisten Todesopfern in Portugal seit Beginn der Aufzeichnungen.

Auch Präsident Marcelo Rebelo de Sousa sprach von einer "Tragödie". Ganz Portugal leide mit den Familien der Opfer, doch ebenso gross sei die Solidarität, erklärte er am Sonntagabend. Die Katastrophe in der abgeschiedenen ländlichen Region treffe Menschen, "von denen man kaum spricht", fügte er hinzu.

Die EU sagte dem Land Hilfe zu. Auf Bitten Portugals würden Löschflugzeuge organisiert. Frankreich habe drei Maschinen zugesagt. Zudem helfe Spanien mit zwei Flugzeugen.

Blitzeinschlag als Auslöser

Das Feuer war am Samstag aufgrund eines Blitzschlags an einem Baum in Pedrógão Grande ausgebrochen. Wegen starker Winde breitete es sich rasch aus und wurde vor allem für viele Autofahrer auf einer Nationalstrasse zur Todesfalle, als das Feuer ihre Wagen einschloss. Auf der "Todesstrasse", wie Medien schrieben, starben mindestens 30 Menschen. Viele Opfer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

Zudem wurden in der dünn besiedelten, von Pinien- und Eukalyptusbäumen beherrschten Region Dutzende Häuser zerstört. Über die Grösse der zerstörten Waldfläche wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Viele Menschen sind schockiert und fassungslos. Eine ältere Frau weinte und rief: "Das ist das Ende der Welt." Eine andere Frau sagte im TV-Sender RTP: "Wir haben alles verloren, unser Haus, unsere Tiere, alles." Ein Mann meinte: "In meinen 53 Jahren habe ich so etwas nicht gesehen." (sda/dpa/afp)

Bilderserien zum Artikel (1)

Kommentare
Kommentar zu: Waldbrand in Portugal wütet weiter
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()

geschrieben am 19.06.2017 13:42 | von Bernd Lehnherr

hier nist absolute und schnelle Hilfe notwendig und am Platz.Diese Meschen sind nicht durch selbstverschuldete Kriege und kulturelle und religioese Kriege,zu Schaden gekommen.Vollkommen Unschuldig,haben diese Menschen Leben und Besitztum verloren.Bitte Hilfskonten einrichten.Ich beteilige mich.

antworten
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Was ist das Gegenteil von Gut??
 

Meistgelesen

Der Tatort wurde von der St.Galler Kantonspolizei weiträumig abgesperrt
Ostschweiz: 23.10.2017, 09:45

Täter war den Behörden bekannt - Untersuchung blieb ohne Folgen

Der Amokläufer von Flums war den Behörden bekannt.
Lausanne-Sport war für die Espen zu stark.
FC St.Gallen: 22.10.2017, 17:51

Olma-Ohrfeige: Die Espen gehen gegen Lausanne-Sport mit 0:4 unter

Rückschlag für den FC St. Gallen: Die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini enttäuscht und muss ...
Die neue Thurgauer Apfelkönigin Marion Weibel nach ihrer Wahl.
Schauplatz Ostschweiz: 23.10.2017, 06:36

Olma-Chefin lobt den Gastkanton Thurgau

Die Olma Messen sind mit der 75. Ausgabe der Olma zufrieden.
Beim Schulhaus Landhaus in Teufen liess der Gemeinderat eine Tafel anbringen.
Appenzellerland: 23.10.2017, 09:10

Elterntaxis im Appenzellerland sorgen für Konflikte

Helikoptereltern gefährden die Selbstständigkeit ihrer Kinder.
Schaufeln statt servieren: Frischer Schnee auf der Sonnenterrasse auf dem Stanserhorn auf 1851 Metern über Meer.
Panorama: 23.10.2017, 08:42

Schnee in höheren Lagen der Schweiz

Kühles und teilweise weisses Erwachen in der Schweiz: Oberhalb von etwa 1000 Metern hat der ...
Marion Weibel aus Rickenbach ist die neue Thurgauer Apfelkönigin.
Kanton Thurgau: 23.10.2017, 06:56

«Den Sieg verdanke ich meinem Vater»

Am Samstag ist die 26-jährige Marion Weibel aus Rickenbach an der Olma zur neuen Thurgauer ...
Obwohl viele Besucherinnen und Besucher an der Olma waren, verzeichnete die Stadtpolizei weniger Interventionen.
Ostschweiz: 22.10.2017, 11:36

Olma-Bilanz: Polizist mit Bisswunde und Stagnation der Besucherzahlen

Am Sonntag geht die Jubiläums-Olma zu Ende. Die Stadtpolizei St.Gallen hat in diesem Jahr ihre ...
SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor hat 62 Vorstösse eingereicht, kein Bundespolitiker war aktiver.
Schweiz: 23.10.2017, 09:12

Neuling hält Parlament auf Trab

Die Hälfte der Legislatur ist um und die Zahl der parlamentarischen Eingaben ist hochgerechnet ...
Die beiden serbischen Staatsangehörigen würden aus der Schweiz gewiesen und müssten mit einer Einreisesperre rechnen. Gegen den Arbeitgeber laufen noch weitere Abklärungen.
Ausserrhoden: 23.10.2017, 14:35

Ohne Arbeitsbewilligung in Hundwiler Restaurant gearbeitet

Am letzten Freitag sind bei einer Kontrolle in Hundwil AR zwei serbische Staatsangehörige ...
Unfälle & Verbrechen: 22.10.2017, 14:41

Hat jemand einen Geisterfahrer gesehen?

Am Sonntagmorgen ist eine Autofahrerin auf der Autobahn A1, St.Gallen-Gossau, mit der ...
Zur klassischen Ansicht wechseln