Strafprozess gegen Cosby endet ergebnislos

  • Bill Cosby (Mitte) beim Verlassen des Gerichts nach dem geplatzten Verfahren.
    Bill Cosby (Mitte) beim Verlassen des Gerichts nach dem geplatzten Verfahren. (KEYSTONE/AP/MATT ROURKE)
17.06.2017 | 17:31

USA ⋅ Der bisher einzige Strafprozess gegen den US-Fernsehstar Bill Cosby wegen sexueller Nötigung ist ergebnislos beendet worden. Das entschied der zuständige Richter Steven O'Neill am Samstag in Norristown.

Zuvor hatten sich die Geschworenen in mehr als 52-stündigen Beratungen nicht auf ein Urteil einigen können.

Die Entscheidung stellt einen Sieg für den 79-jährigen Angeklagten dar, dem bei einem Schuldspruch eine bis zu 30-jährige Haftstrafe gedroht hatte. Rund 60 Frauen beschuldigen Cosby des Missbrauchs.

Neues Verfahren angekündigt

Allerdings kündigte der Staatsanwalt des Distrikts Montgomery, Kevin Steele, umgehend an, er werde ein neues Verfahren beantragen. Für ihn ist das Urteil eine Niederlage, weil er mit seinen Argumenten die Jury nicht überzeugen konnte.

Es ist nicht unüblich, dass Geschworene in Strafprozessen in den USA zunächst zu keinem einstimmigen Urteil kommen, sich dann aber doch noch einigen. In diesem Fall löste sich das Patt aber nicht auf, damit endete das Verfahren als ergebnisloser "mistrial" (fehlerhaft geführter Prozess).

Cosby, der keine Reaktion auf die Entscheidung zeigte, bleibe angeklagt, erklärte Richter O'Neill. Der Schauspieler bleibe gegen Kaution auf freiem Fuss. Der Prozess fand im US-Bundesstaat Pennsylvania statt.

Laut US-Gesetz ist es notwendig, dass ein Angeklagter ohne jeden "vernünftigen Zweifel" schuldig gesprochen wird - besteht ein Zweifel an seiner Schuld, muss er freigesprochen werden.

Zudem schreibt das US-Rechtssystem in Strafprozessen zwingend eine einstimmige Entscheidung der Geschworenen vor. Wird diese nicht erreicht, ist das Verfahren geplatzt. Dann kann der Fall noch einmal komplett neu aufgerollt werden.

Der 79-jährige Schauspieler wird von rund 60 Frauen beschuldigt, sie in früheren Jahrzehnten sexuell missbraucht zu haben. Da die meisten Anschuldigungen verjährt sind, beschränkt sich das Strafverfahren aber auf einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Die heute 44-jährige Frau wirft Cosby vor, sie damals in seinem Haus in Philadelphia mit Tabletten betäubt und sich dann an ihr vergangen zu haben. (sda/afp/dpa)

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Ein neues Posting hinzufügen

Sie dürfen noch Zeichen schreiben.
Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung
Füllen Sie bitte die notwendigen Felder für die Registrierung aus.

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.

Ich habe die AGB gelesen und akzeptiert.:
Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Welcher der folgenden Begriffe ist kein Tier: Maus, Haus, Laus?
 

Meistgelesen

Wenn sich Gewalt ihren Bann bricht, sind alle gefordert - Beteiligte, Arbeitgeber, und oftmals auch Richter.
Kanton Thurgau: 28.06.2017, 06:31

Rote Köpfe und blaue Augen

Ein Mitarbeiter der Ernst Fischer AG wird am Arbeitsplatz handgreiflich gegen eine ...
Beste Laune bei diesen beiden Festivalbesuchern, obwohl es noch lange geht, bis sie aufs Gelände dürfen.
Ostschweiz: 28.06.2017, 09:44

Jetzt live: Das grosse Warten aufs Open Air St.Gallen

Das Areal des Open Airs St.Gallen wird erst am Donnerstagnachmittag geöffnet.
Derzeit sieht es so aus, als könnte man auch in diesem Jahr gut Regenstiefel brauchen im Sittertobel.
Ostschweiz: 28.06.2017, 06:40

Gummistiefel werden knapp

Die Wetterprognosen versprechen auch dieses Jahr ein schlammiges Open Air.
In den vergangenen Jahren war das Open Air St.Gallen bereits früh ausverkauft.
Ostschweiz: 28.06.2017, 05:00

Open-Air-Chef: "Unsere Existenz ist nicht bedroht"

Bereits in zwei Tagen geht das Open Air St.Gallen los.
Manch einer kommt von weit her und ist noch nicht mit den Gepflogenheiten vom Sittertobel vertraut
Ostschweiz: 28.06.2017, 10:56

Liebe Nicht-Ostschweizer, das muss man über das OASG wissen!

Wer in der Ostschweiz aufgewachsen ist, hat das Open Air St.Gallen schon mit der Muttermilch ...
Moderatorin Sabine Dahinden (links) wandert gemeinsam mit Sekundarschülerinnen und -schülern aus dem Obertoggenburg von der Gamsalp auf den Chäserrugg.
Toggenburg Aufschlag: 27.06.2017, 16:30

Moderatorin Sabine Dahinden erklimmt den Chäserrugg

Ein Team von «Schweiz aktuell» war am Montag im Toggenburg unterwegs, um Aufzeichnungen für eine ...
China-Southern-Passagiere mussten in Shanghai stundenlang auf einen Abflug warten. Grund war eine abergläubische Chinesin. (Symbolbild)
Wirtschaft: 28.06.2017, 07:00

Abergläubische Chinesin verzögert Abflug

Der Start eines Flugzeugs in China hat sich mehrere Stunden verzögert, weil eine abergläubische ...
Das Wrack der russischen Passagiermaschine am Tag nach dem Unglück.
Ostschweiz: 28.06.2017, 07:24

«Die Besinnung kommt erst später»

Am 1. Juli 2002 stiessen bei Überlingen am Bodensee zwei Flugzeuge in der Luft zusammen – ...
Fabian Füger in seiner Bäckerei.
Rorschach: 27.06.2017, 10:49

Steinacher Beck holt nationalen Preis

Der junge Bäcker-Konditor Fabian Füger ist mit der nationalen Branchenauszeichnung "Bäckerkrone" ...
Dieses Jahr wird es mehr Regentropfen als Sonnenstrahlen geben.
Ostschweiz: 26.06.2017, 13:46

Sonnencreme oder Gummistiefel? - So wird das Open-Air-Wetter

Gewitter, kalt und Sonnenschein: Am diesjährigen Open Air St.Gallen ist von allem etwas dabei.
Zur klassischen Ansicht wechseln