Clinton: "Ich werde nicht still sein"

  • Hillary Clinton macht ihrem Ärger über den verlorenen Wahlkampf im Buch "What happened" Luft.
    Hillary Clinton macht ihrem Ärger über den verlorenen Wahlkampf im Buch "What happened" Luft. (KEYSTONE/AP/PATRICK SEMANSKY)
12.09.2017 | 12:52

USA ⋅ Hillary Clinton macht ihrem Ärger über den verlorenen Wahlkampf in einem Buch Luft. Ihr Werk "What Happened" (deutsch: "Was geschehen ist") ist am Dienstag auf Englisch erschienen. In den USA stieg das Buch auf Rang eins der Amazon-Bestsellerliste.

"Ich denke, das Land ist in Gefahr, und ich versuche, Alarm zu schlagen, so dass mehr Menschen zumindest Notiz nehmen", sagte Clinton im US-Rundfunk NPR über ihre Motivation, das Buch zu schreiben.

Zu Präsident Donald Trump sagte sie: "Ich denke, er versteht nicht einmal ansatzweise die strategische Gesamtlage in der Welt und was wir tun müssen, um uns vorzubereiten - deshalb werde ich nicht still sein."

Die Schuld für ihre Niederlage sieht Clinton nicht nur bei sich selbst. Sie "schultert die Vorwürfe früh und oft in ihrem Buch", schrieb die Zeitung "Chicago Tribune". Zugleich machte sie aber auch Frauenfeindlichkeit und aus ihrer Sicht unbegründete Vorwürfe in der E-Mail-Affäre für die Niederlage verantwortlich.

"Schwarzhumorige Beschreibung"

Das Buch sei eine "aufrichtige und schwarzhumorige" Beschreibung ihres Gemütszustands direkt nach der Niederlage gegen Donald Trump, schrieb die "New York Times". Clinton bewege sich "zwischen Bereuen und gerechtem Ärger, manchmal in einem Absatz", vermerkte die "Washington Post".

Clinton schreibt auch über ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders. An ihm habe sie verrückt gemacht, dass er es stets geschafft habe, ihre Vorschläge mit etwas Grösserem und weniger Greifbarem zu übertreffen, heisst es der "New York Times" zufolge.

Den Schlussteil ihres Buches widmet Clinton Russland, das aus ihrer Sicht das Ergebnis der Wahl beeinflusst hat. "Jetzt, da die Russen uns infiziert und gesehen haben, wie schwach unsere Verteidigung ist, werden sie das ausnutzen", zitierte sie die "Chicago Tribune". "Ihr ultimatives Ziel ist, die westliche Demokratie zu unterwandern, vielleicht sogar zu zerstören." (sda/dpa)

Kommentare
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geschrieben am 12.09.2017 16:59 | von Niklaus Immeli

Nach Ihrem Bericht zum Buch ist Clinton überzeugt dass Sie nicht selber schuld ist an Ihrer Niederlage als Präsidentenkandidatin.Wenn man aber den Wahlkampf ein bischen verfolgt hat,so war Sie nicht die nette und Liebe,nein Sie konnte auch arrogant sein und nach allen Seiten austeilen so Unschuldig wie Sie aussieht ist Sie nicht.Als ehemalige First Lady hätte ich von Ihr mehr erwartet als Schlammschlachten und Difame Gedanken zu verteilen oder schreiben.Vieleich hat Sie es aber auch nicht verarbeitet,dass eine Clinton nicht einfach dem Namen nach Präsident wird es braucht noch etwas gribs dazu und den hätte Sie sich vieleicht bei Ihrem Mann holen sollen,der war ein ausgezeichneter Präsident.

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geschrieben am 12.09.2017 21:01 | von christine weiss

Sogar im Artikeltext steht bereits, dass sie die Schuld "nicht nur" bei sich selbst sieht. Sie sieht sie also "auch" bei sich. Abgesehen davon, hat sie nie behauptet, "die nette und Liebe" zu sein. Mit nett und lieb sein, wird man weder Aussenmisinsterin noch Präsidentschaftskandidatin. Ein Problem bei solchen Kandidaturen ist für Frauen vermutlich, dass grosse Teile des Publikums, sie einerseits eben gern lieb und nett hätten - sie aber gleichzeitig dann genau deswegen nicht wählen. Weil sie (sehr zutreffend) der Meinung sind, nur mit lieb und nett sei das Präsidentenamt nicht zu schultern. Hillary Clinton ist in ihrem Auftreten vermutlich für viele der umworbenen Wähler zu wenig "weiblich", zu wenig rollenkonform: zu ehrgeizig, zu machtbewusst, zu intelligent. (In der Intelligenz steht sie nämlich Bill nichts nach - das hat er x-mal gesagt. Sie war eine sehr erfolgreiche Anwältin). Jetzt hat sie die Niederlage wohl immer noch nicht verwunden.

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